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Prater in Tilburg

Wie jedes Jahr war in Tilburg wieder Kirmes. Die Zahlen sprechen für sich: 10 Tage Ausnahmezustand und insgesamt 1,4 Millionen Menschen. Am Samstag Abend, den wir besuchten, gefühlte 1,3 Millionen.

Aber es war schon was, mitten in der Stadt den halben Prater mit kleinen, aber feinen Unterschieden wiederzufinden.

Natürlich musste auch fast alles getestet werden, vor allem die Höhen hatten es uns angetan, da wir uns einen schönen Überblick über die Stadt und den Kirmes erwarteten und auch bekamen.

Zuerst gings hoch mit der Analogie zum Riesenrad, dann musste ich mir endlich einmal das Katapult geben (Bei uns Spaceshoot), hier waren es 70 m die es hinaufging. Trotz kurz davor auftretender Unsicherheit ein einmaliges Vergnügen, man sitzt sehr gefestigt in dem Stuhl und dieses Mal machte ich es dahingehend richtig, das ich den Kopf gleich anlehnte um mir schon mal zugezogene Aufprellungen an der Kopfstütze zu vermeiden.

Danach weiter zum Riesenkarusell, nochmal 60 m hoch. Ja, dieser Ausblick hatte schon was für sich, ausserdem war es beim befahren von diesem schon so um Mitternacht und daher sehr bunt in der Umschau. Warum sie jedoch, wie bei vielen anderen der Ringelspiele für grosse Kinder, beim herunterkommen den Wiener Walzer spielten ist mir nach wie vor ein Rätsel. Wussten die, das ich aus Wien komme (mein gepflegter Solipsismus mal wieder) oder soll die Kreisbewegung beim Walzertanz an das Schwindelgefühl beim aussteigen Erinnerungen auslösen oder gar Reminiszenzen an den Prater erwecken?

Bei folgendem Fahrzeug, dem Speedflip, war beim Aussteig ein riesengrosser Kotzkübel angebracht. Wer sich die beiden Videos, einmal von aussen und einmal dann aus der Sicht des Fahrenden, anschaut, weiß warum ;)

Es waren mehrere dieser Gerätschaften vorhanden die sich hoch, schnell und ineinander verdrehten und wendeten. Die Gesichter der Leute beim Aussteigen konnte einem kontrollierten Empathen wie mir gleich mit den Magen verdrehen und verknoten.

Die Geisterbahn war von aussen sehr nett, es spielte gerade 1-2-Freddie kommt vorbei und Freddy persönlich lockte die Leute hinein, auch uns. Das Ergebnis war aber ähnlich ernüchternd wie die alte Geisterbahn im Prater, nicht mal Kinder würden sich erschrecken dabei. Eine weitere, die dann doch brauchbarere Ergebnisse zeigte und einen Spaßfaktor für die zuschauenden Leute besaß, haben wir dann nicht besucht. Aber eine Weile den Mädchen zugeschaut wie sie schreiend im 2. Stock nach aussen kamen und sehr überrascht wirkten.

Also ich würde eine Geisterbahn derartig umgestalten das man reinfährt physisch, aber dann im Dunkel einen unmerklichen Übergang in ein Holodeck erlebt. Dort würde man dann zuerst in ein überdimensional grosses Looping fahren, das auf einmal die Schienen verliert und man stürzt total ab, so 100 m, und landet dann aber wieder in einem Wagen, der aber etwas verändert ist. Und wo die Person mit der man reingefahren ist, verschwunden ist, dafür dann aber Freddy neben einen sitzt und einem dann erstmal aus den Wagen rauswirft. Man landet in einem Keller der Schaubude und darf sich dann eine Ghostbusters-Waffe greifen und den Weg freischießen. Bis man zum Ausgang kommt, dort auf seinen Partner wiedertrifft und dann einen Wagen besteigt der einen wieder aus dem Holodeck und in den eigentlichen Wagen und die Wirklichkeit bringt. Glaubt man.. und beim rausfahren sind dann alle anderen draussen verändert, man findet sich in einem Zombiekirmes wieder bis einen die Zombies erwischen und man entgültig aus dem Holodeck raus ist und im Wagen rausfährt …

Holodecks gibts übrigens nicht nur bei Startreck, sondern diese waren eher ein runterbringen der Informationen aus der Astralebene, wo Holodecks gang und gäbe sind. Es gibt zu vielen geschichtlichen Ereignissen öffentliche Holodecks, und jeder von uns hat sein privates Holodeck, wo die Träume entstehen und die persönlichen Geschichten laufen.

Wenn wir träumen und die Erinnerung mitnehmen können, so ist es meist ein Erlebnis gewesen in unserem ganz persönlichen Holodeck, echte Erlebnisse auf der Astralebene verschwinden meistens wieder beim aufwachen durch die natürliche Sperre die im Schlafen in den Welten der Evolution so enthalten ist. Denn wechseln tun wir jede Nacht auf die Astralebene, auch wenn es den meisten von uns nicht bewusst ist.

Ansonsten waren die Attraktionen in Tilburg sehr ok, was mir als Technoliebhaber gefiel war die permanent vorhandenen rythmische Tanzmusik, in allen Variationen, vom Eclectic-Stil bis zum brachial Hardcore wovon die Niederlande dank ID&T (Thunderdome) und vielen anderen schon seit langem eine Hochburg sind.

Nur manchmal verirrten wir uns in eine Gasse, wo die Leute übereinander gestapelt waren, und ein Durchkommen dann nur mehr mit Teleports oder auf den Köpfen der Leute laufen klappte. Da konnte es einen schon passieren, das man plötzlich in einer Polonaise sich wiederfand und zu nativen Schlagern, gekoppelt mit Hardcore-Bassdrums mithüpfte.

Was sie können, die Flachländler, sind Festivals organisieren und Partys feiern. Die Stimmung war gut, ausgelassen und wie gewohnt mehr als Friedlich und das liegt nicht rein an den verbreiteten Coffeeshops. Die Verpflegung war typische Kirmes fettig, zucker- und salzlastig, nur was eine Geschäftsidee sein könnte: Es gab keinen einzigen Langos-Stand und die Erhebung ergab, das die Leute diese auch gar nicht kennen.

Was für mich, einen Wiener, erstaunlich war, waren die Fahrräder am Bahnhof bei der Heimfahrt. Wir parkten in Tilburg West, ins Zentrum zu fahren war dank des Menschenauflaufs zu umständlich: Soviele Fahrräder wie alleine dort geparkt waren, gibt es eindeutig in ganz Wien nicht.

Es ist in Holland einfach normal, ein altes, klappriges Rad zu haben und es auch zu benutzen. Im Gegensatz zu uns, da muss man zwar auch ein Fahrrad haben, aber ein neues, teures, das man dann nicht benützt oder höchstens 1-2 mal pro Sommer Gassi fährt.

Was auch normal scheint im liberalen Holland, das man einen ganze Stadt einfach 10 Tage in den Ausnahmezustand versetzen kann. Unser Donauinselfest muss knapp nach Mitternacht auf Zimmerlautstärke wandern und dort gings 10 Tage lang bis in die späteren Morgenstunden… die Anrainer waren zwar sicher nicht alle glücklich, aber es deckte sich mit der Urlaubssaison, und die es nicht aushielten, die wanderten einfach ab diese Zeit. Und die anderen feierten mit, oder genossen das Spektakel von den Logenplätzen auf Balkonien. Alle Geschäfte hatten auch bis nach Mitternacht einfach offen und machten sicher brauchbaren Extraumsatz. So konnte man um 2:00 morgens auch noch Gewand kaufen, hat auch was für sich.

Die uns beim hinkommen begrüssenden Extremebiker waren auch in der Nacht noch fleissig aktiv und sind anscheinend bis zum Ende ohne Absturz durchgekommen. Schon krass in welchen Positionen man auf einem Drahtseil Motorrad-Fahren kann .:.

Alles in allem ein gelungener Ausflug, auch wenn die Fahrt nach Tilburg dank Ferienbeginn in einem Teil des Landes 4 Stunden dauerte, 2 davon waren dem Staudämon geopfert.

Beschleunigte Grüsse



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