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Schritt um Schritt Anleitung für schnelle Facebook-Sucht

Hiermit möchte ich den fehlenden 1 % der Weltbevölkerung aufschlüsseln, wie man einfach und schnell selbst zu einer schön ausgebauten, intensiven Facebook-Sucht kommen kann.

Die Seite Facebook findet sich hier, nur einen Klick von dem Artikel entfernt: http://www.facebook.com.

Schritt-um-Schritt-Anleitung:

1. Account anlegen

Du legst dir nun einen eigenen Account an, und füllst ihn mit deinen Eckdaten. Das geht in 2 Minuten und hält ein Leben lang. Der Detailgrad sollte bis zu deinen sexuellen Vorlieben mit deinen Haustieren reichen, du findest so garantiert noch viel schneller gleichgesinnte Freunde.

2. Viele Freunde finden

Am effektivsten und nachhaltigsten (Facebook merkt sich alles, und zwar bis zum Weltuntergang) geht es folgendermaßen: Alle Adressbücher mit Emails sofort beim Freundfinder hochladen. Und sich an die Namen aus der Schulzeit erinnern und alle Personen die man kennt, und noch nicht auf Facebook sind, einladen. Erster Punkt geht schnell, Facebook ist sehr einfach zu bedienen und saugt sich quasi fast wie von selbst durch alle angebotenen Mailkonten und Adresslisten. Und der Rest passiert dann von alleine: Facebook kennt bereits alle deine ehemaligen Schulkollegen, deine Ex-Freundinnen und die Namen der Haustiere deiner Oma.

3. Alle Lieblingsautoren, -musiker, -künstler, -filme, -politiker, -spiele, -veranstalter, -interessen in der Facebook-Suche (oben) einfach finden und „gefällt mir“ klicken

Somit wird sich innerhalb von 5 Minuten der Newsfeed, das wichtigste Instrument von Facebook, mit ganz viel Details von allen Beteiligten füllen, die du immer schon wissen wolltest, aber leider deine Gehirnkapazität so überschreitet das du dir nur 1 % der Unnützen Details behalten kannst.

4. Spiele suchen

Um lange Wartezeiten im Leben schnell zu verkürzen (z.B. bis der Kaffee heruntergelassen ist), sollte man sich gleich mit passenden Spielen eindecken. Tip: Zynga (http://www.zynga.com/) für alle mafiösen Hobbygärtner und Wooga (http://www.wooga.com/) für gehirntrainierte Monstergarten- und Blasenliebhaber.

Die beiden sind nur die Spitze des Eisbergs an GRATIS-Spielen, die zum einen leichte Einstiegshürden haben, zum anderen aber durch ausgeklügelte Spielsystem dich immer wieder in das Facebook reinziehen werden.

Alle Spielergebnisse werden automatisch mit denen deiner spielenden Freunde und der Weltbevölkerung verglichen und so findest du immer wieder leicht die Motivation, weiterzumachen. Als Ergänzung gibt es dann immer wieder Meldungen der Mitspieler, des Spiels und aller ähnliche Produkte anbietenden Facebook-Werber (rechts zu finden) die dir auch nachhaltig und langfristig deine Gehirnspeicher verstopfen werden.

5. Mail Programme obsolet werden lassen

Um dir Zeit zu sparen, kannst du nun alle Mails gleich direkt über Facebook an deine Freunde richten oder dort posten. Optional wenn du bereits eine Email-Abhängigkeit herangezüchtet hast, hat natürlich auch beides in deinem Leben Platz. Dennoch: Schreibst du nur über Facebook, so zwingst du deine Freunde, ebenso immer auf Facebook nachzuschauen und hältst die Sucht durch aktives, intelligentes Netzwerken aktiv mit all den anderen am Leben.

6. Fotos und Facebook

Wer braucht noch hochauflösende Fotos, die lange Ladezeiten haben, und möchte nicht ein wenig die Kontrolle haben, wer welches Foto sehen darf? Statt kostenlose Programme wie Picasa nimm doch auch einfach Facebook her. Lade mal den altbestand hoch, ordne es in Fotoalben und beginne, die Leute zu markieren. Dieses Feature von Facebook hilft dir, dich einfacher an die Personen zu erinnern die auf den Fotos drauf sind, auch dahingehend das du gleich weißt, wie du sie kontaktierst.

7. Status-Sprüche-Seiten überwachen

Nun brauchst du keine Angst zu haben, wenn dir selbst keine Statusmeldungen für den Newsfeed deiner Freunde und der ganzen Welt (wahlweise optional) einfallen sollten. Irgendwann reicht es ja mit „Ach was für ein () Montag“, „schönes Wochenende, ich gehe ()“ und „Sonntagskater vom ()“, doch diese solltest du zu mindestens eine Weile durchziehen, zeigt es dir doch intensiv das Interesse deiner Freunde an deinem Befinden.

Doch reicht es eben damit, so findest du mehr als genug Status-Sprüche-Seiten, wo ein einfaches „Gefällt mir“-Klicken genügt um es zum einen der Welt und deinen Freunden zu zeigen, und zum andern eben so ganz „Soziales Netzwerk“-mäßig neuen Inhalt sozusagen selbst zu erzeugen.

Als Beispiel sei hier http://www.mirgefällts.de/ oder http://www.mir-gefaellts.de/ erwähnt. Man beachte die massiven Unterschiede bei den beiden unterschiedlichen Web-Angeboten.

8. Facebook Mobil, ein wichtiger Schritt

Um den Abzug deines Lebens-Fokus in Richtung Facebook nun völlig zu komplettieren, gibt es für alle Handys (ok, wenn du eines mit großen Tasten NUR zum Telefonieren hast, vielleicht nicht) nun Facebook-Mobilanbindungen. Sitzt du auf der Alm oder am Strand im Urlaub, so möchtest du doch nicht einen Teil deines persönlichen Newsfeeds versäumen. Und doch sicher gerne den Kopf voll haben mit den Gedanken über welches Urlaubs-Bild kommt nun mit welchem Kommentar auf Facebook?

Es geht einfach zum einrichten, ganz einfach sogar, und bringt dir weitere mentale Muster ins Leben, die sich zusätzlich über dich und dein persönliches Informations- und Freundesnetzwerk winden und drehen und mit der Zeit verknoten.

9. Kreative Tätigkeiten nach und nach einstellen

Wozu wirkliche Hobbys haben, sind doch viel zu anstrengend. Warst du vorher Block-Schreiber oder Forentroll, oder gar im echten Leben sinnvoll tätig, so wirst du merken, wie einfach dein Leben nun als passiver Konsument der nur „Gefällt mir“ klicken muss, geworden ist. Jeder Stress ist weg, unnötige Müdigkeiten verspürst du kaum mehr, und der Aufzunehmende Informationsfluss ist bereits groß genug, um dein Denken nicht auszufüllen, sondern es ganz und gar zu ersetzen. Dieser Punkt ist obsolet, da er sich mit der Zeit ganz von selbst einstellt und nicht aktiv durchgeführt werden muss.

10. Gratulation, gleich hast du es geschafft

Nach ein paar Tagen der Umstellung und Eingewöhnung hast du es geschafft, du bist zu 100 % Facebook-Süchtig geworden. Nun kannst du dich dem damit eingehenden Zeitauffressen-Lassens völlig hingeben. Und dich dabei noch zufrieden fühlen: Du siehst ja, wie viele deiner Freunde ebenso dauernd in Facebook sind, und bist daher nun niemals mehr alleine. Und im Vergleich zu anderen Süchten ist dies keine, die man verstecken muss oder deren gar man sich genieren sollte. Denn alle machen mit.

11. Einziger, kleiner Nachteil des ganzen

Den Gedanken, warum die Welt mit ihren vielen Details eigentlich so geworden ist, wie sie ist, solltest du nicht aufgekommen lassen. Denn sonst fällt dir vielleicht auf, das dies aktivere Menschen waren als du selbst. Vor allem seit du die letzten Reste deiner Kreativität Facebook und dem lieben Mark Zuckerberg übergeben hast.

Das Entwöhnen von und der Ausstieg aus Facebook wird in einem, wohl einige Jahre später erscheinenden, Artikel behandelt.

Sozialvernetzte Grüße,
Krischan

Ps: Und vergiss nicht, beim Artikel nun gleich darunter auf „Gefällt mir“ zu klicken



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